Unter dem Oberbegriff Motocross sind nicht nur geländetaugliche Motorräder gemeint. Nein, auch Quads zählen inzwischen zum Motocross. Diese Entwicklung ist allerdings relativ neu. Bis in die 90er Jahre waren auch Motocross-Motorräder mit Beiwagen sehr populär, doch mit dem Siegeszug der Quads verloren die Gespanne schnell an Bedeutung. Weiterhin wird zwischen Motocross und Supercross unterschieden. Supercross findet ausschließlich in Hallen statt. Hier hat es in den letzten Jahren einen enormen Schub in der Popularität gegeben.

Immer mehr Fußball- und Eishockeyvereine haben sich im Laufe der Jahre ihre eigenen Multifunktions-Arenen errichtet. In denen wird nicht nur Fußball oder Eishockey gespielt, es können dort auch mit relativ geringem Aufwand andere Veranstaltungen ausgetragen werden. So zum Beispiel die Supercross-Events in der Arena auf Schalke. Hier finden zum einen Weltmeisterschafts-Läufe statt und zum anderen gibt es noch einzelne Sonderveranstaltungen, bei denen der Weitsprung oder der Freestyle im Vordergrund stehen.

Hier entsteht für die Zuschauer der große Vorteil ganz nah am Rennen zu sein und gleichzeitig alles überblicken zu können. Dies ist bei Outdoor-Rennen kaum möglich, hier stehen die meisten an einem einzelnen Streckenabschnitt und sehen dann ihre Stars immer wieder nur kurz an sich vorbeirauschen. Gleichzeitig sind die Betreiber der großen Arenen Profis in Sachen Zuschauerunterhaltung. Sie wissen genau, wie man ein Event organisieren muss, damit die Zuschauer voll auf ihre Kosten kommen und idealerweise im Folgejahr wiederkommen. Im Fernsehen lassen sich solche Veranstaltungen auch besser präsentieren.

Nichtsdestotrotz finden die meisten Veranstaltungen immer noch draußen statt. Gerade im Sommer. Für viele Teilnehmer bedeutet Motocross eben auch, in der echten Natur zu sein, um sich dort mit Gleichgesinnten zu messen. Es wird spannend zu sehen sein, wie sich der Sport weiterentwickeln wird. Viele Experten sehen seine Tage in der freien Natur gezählt. Wem das Erlebnis, in der Natur zu fahren, wichtig ist, der sollte die nächsten Jahre noch voll genießen.

Die Geschichte des Motocross ist sehr lang. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es die ersten Motocross-Rennen. England gilt auch hier wieder als das Mutterland dieses aufregenden Sports. Die ersten bekannten Wettbewerbe waren sogenannte „Hillclimbs“, bei denen die Fahrer versuchten, einen steilen Berg oder Abhang so schnell es ging hinaufzufahren. Diese Wettbewerbe sind übrigens bis heute sehr beliebt und finden mittlerweile über 100 Jahre statt. Sie sind somit eine der ältesten Rennsportvarianten überhaupt. Es gab zu Beginn auch Wettbewerbe, die es in dieser Form heute nicht mehr gibt. Da dem Naturschutz die Motocross-Rennen ein Dorn im Auge sind, darf man davon ausgehen, dass die Fuchsjagd ebenso auf dem Index landen würde. Bei der Fuchsjagd traten zur damaligen Zeit zwei Teams gegeneinander an. Ein Team war beritten und das andere fuhr auf Motorrädern. Die Wettbewerbe verliefen aber sehr einseitig, da die Teams zu Pferde fast immer gewonnen haben. Dies langweilte auch die Zuschauer und sie blieben dann aus.

Auch wenn sich solche Veranstaltungen verrückt anhören, so entstehen oft genug aus solchen Ideen viele großartige Neuerungen. Genau diese ersten Gehversuche haben zu den fantastischen Motocross-Veranstaltungen geführt, über die wir uns heute so glücklich schätzen dürfen. Es waren echte Pioniere bei der Arbeit. Das motorisierte Gefährt wurde gerade erst erfunden und die Neugier alles auszuprobieren war groß. Es ist vielleicht so wie bei einem neuen Lebenspartner, am Anfang kribbelt es eben oft am meisten, hier wird probiert und experimentiert.

Wohin unser Motocross auch in Zukunft gehen mag, wir werden weiter über ihn berichten und die Begeisterung aufrechterhalten.